Die Geschichte der Domaine aux Conseillans
Vom Widerstand zur Wissenschaft
Geschichte ist auf der Domaine aux Conseillans keine Dekoration, sondern das Fundament. Seit über vier Jahrhunderten zieht dieser Ort Menschen an, die den Status quo hinterfragen. Was im späten 16. Jahrhundert als Stätte politischer Haltung („Conseillans“) begann, wurde 1938 unter Jean Ribéreau-Gayon zum Labor der modernen Önologie. Wir führen dieses Erbe der „aufgeklärten Tradition“ fort: Wo früher Geschichte geschrieben und Wissenschaft revolutioniert wurde, komponieren wir heute als Château LaSuite aux Conseillans die Zukunft des Bordeaux.
Lange bevor hier ein Schloss stand, trug der Boden bereits eine Bedeutung. Historische Analysen deuten darauf hin, dass der Name des Lieu-dit („Aux Conseillans“) in den Wirren der Religionskriege entstand. Der Begriff bezog sich auf jene, die Partei ergriffen („conseillans et aydans“). Wer vom „Domaine aux Conseillans“ sprach, meinte keinen Besitz, sondern einen Ort der Haltung.
Pierre Daban-Broca erwirbt die Ländereien, die damals noch unter dem alten Flurnamen „Panissaut“ geführt werden. Doch im Volksmund setzt sich die Bezeichnung des Ortes („Conseillans“) langsam gegen den Verwaltungsnamen durch.
Durch den Rückkauf der Métairie „La Lande“ vereint Daban-Broca die Parzellen. Es entsteht die geografische Einheit, die bis heute die Grenzen der Domaine aux Conseillans definiert: Ein in sich geschlossenes Biotop aus Wald, Wiesen und Reben.
Auf der berühmten Carte de Belleyme ist das Gut erstmals exakt verzeichnet. Während die Karte noch die alten Parzellennamen nennt, ist die physische Existenz des Gutes als landwirtschaftlicher Betrieb damit amtlich belegt.
In einer Kaufurkunde von 1808 wird erstmals die vollständige Infrastruktur eines Weinguts (Kelterhaus, Gärraum) aufgelistet. Die Domaine ist nun nicht mehr nur Wohnsitz, sondern Produktionsstätte. Das im selben Jahr fertiggestellte Herrenhaus im Directoire-Stil wird zum Gesicht des Ortes.
Was mündlich längst galt, wird Gesetz: Im Napoleonischen Kataster (Sektion A1, Parzelle 116) wird das Anwesen offiziell eingetragen. Der Name „Panissaut“ verschwindet, und die „Domaine de Conseillans“ wird aktenkundig.
Die Reblaus vernichtet fast den gesamten Bestand. Von 47 Hektar bleiben nur 2,5 Hektar Reben. Die Domaine fällt in einen Dornröschenschlaf, aus dem sie nur die Wissenschaft wecken kann.
Die Familie Guillot de Suduiraut übernimmt das geschwächte Gut und sichert seine Existenz über die Jahrhundertwende.
Jean Ribéreau-Gayon, der Vater der modernen Önologie, kauft die Domaine aux Conseillans. Hier, in seinem „Labor im Weinberg“, entschlüsselt er die Geheimnisse der malolaktischen Gärung. Der Name wird zum Synonym für önologischen Fortschritt.
Ribéreau-Gayon gründet das Institut d'Œnologie de Bordeaux. Das Wissen, das er auf der Domaine aux Conseillans gewinnt, geht von hier aus um die Welt.
Der Park der Domaine wird als „Site Classé“ unter Naturschutz gestellt. Eine späte Bestätigung dessen, was hier seit 1751 gelebt wird: Die Einheit von Natur und Kultur.
Nach über 60 Jahren im Besitz der Familie Ribéreau-Gayon übernehmen Serge und Sylvia Ruiz das Gut. Sie bewahren das Erbe und pflegen die alten Rebstöcke.
Bruce Jackson und Irina Krasovskaya modernisieren die Kellertechnik umfassend (Beton, Temperatursteuerung) und bereiten die Bühne für den nächsten Akt.
Marc Ruhland und Ellen Ruhland-Seidel übernehmen die Domaine. Sie verbinden die historische Tiefe („Aux Conseillans“) mit einer neuen Vision. Unter dem Namen Château LaSuite wird der Wein zur Musik, doch auf dem Etikett bleibt die Herkunft verankert.