Die drei Riegen: wie unsere Weine eine Suite bilden

In Bordeaux sucht man zuerst den Erstwein. Unser Sortiment ist anders gebaut: als musikalische Suite aus gleichwertigen Sätzen, in drei Riegen geordnet — jede Cuvée mit einer eigenen Rolle im Ganzen.
Drei Gläser dunkler Rotwein nebeneinander auf einem Tisch in einem hellen Salon; dahinter die drei Rotweine von LaSuite aux Conseillans — Gigue, Sarabande und Allemande —, im Hintergrund ein geöffneter Flügel.

Vielleicht kennen Sie den Reflex. Man steht vor der Weinauswahl eines Guts und sucht zuerst den einen, der oben steht — den Erstwein, das Aushängeschild. In Bordeaux liegt diese Frage nahe, weil viele Häuser ihr Sortiment genau so ordnen: ein Grand Vin, darunter ein Zweitwein, darunter der Rest. Die Reihenfolge ist gesetzt, noch bevor eingeschenkt wird.

Zwei Arten, ein Sortiment zu denken

Man kann ein Sortiment als Hierarchie bauen, in der ein Wein über den anderen gestellt wird. Man kann es auch als Komposition denken, in der jeder Teil eine eigene Aufgabe hat. Wir haben uns für das Zweite entschieden, und das steckt schon im Namen. Das Gut heißt nach der musikalischen Suite — einer Folge von Sätzen, die nebeneinanderstehen. Ein langsamer Satz ist nicht weniger wert als ein schneller. Er hat eine andere Aufgabe im Ganzen.

Diese Denkweise steht näher an den Climats des Burgunds als an der klassischen Bordeaux-Ordnung: klimatisch differenzierte Kleinstlagen, jede mit eigenem Ausdruck. Vielfalt entsteht so aus der Aufmerksamkeit für die einzelne Parzelle, nicht aus einer Rangfolge von oben. Für ein Gut mit fünf Hektar ist das keine Attitüde, sondern die naheliegende Art zu arbeiten.

Drei Riegen, jede mit eigener Bewegung

Praktisch besteht die Suite aus drei Gruppen: Rosés, Weißweine, Rotweine. Jede Riege beginnt mit einem zugänglicheren Wein und führt zu einem komplexeren. Bei den Rotweinen ist die Gigue der Einstieg — lebendig, mit saftiger Frucht, dabei tanninreich und alles andere als leicht. Die vielstimmige Mitte bildet die Sarabande, eine ruhige Assemblage der roten Sorten. Bei den Weißweinen zeigt etwa der Louré seine Tiefe erst neben einem gehaltvollen Gericht, nicht als beiläufiger Aperitif.

Innerhalb jeder Riege steigt die Komplexität. Über die Riegen hinweg aber sind Rosé, Weißwein und Rotwein drei Stimmen derselben Komposition — jede erzählt Verschiedenes und ist für Verschiedenes gemacht.

Wie man eine Komposition liest

Für Sie als Trinker verschiebt das den Blick. Ein komponiertes Sortiment lädt dazu ein, es als Folge zu erkunden — den zugänglichen Auftakt einer Riege ebenso wie ihren ruhigen Höhepunkt, jeden Wein an dem Platz, für den er gemacht wurde. Der zugänglichere Wein eröffnet, der komplexere vertieft; beide gehören zum selben Werk. Ganz praktisch lässt sich so auch ein Abend planen: der lebendige Rotwein zum Auftakt, die Sarabande zum langsamen Hauptgang.

So gelesen, wird aus einer Liste eine Folge: Wer den Sätzen der Reihe nach zuhört, hört, wie sie sich voneinander unterscheiden.