Reduktionsneigung: Anlage, kein Urteil

Der Maßstab

Eine stickstoffgestützte Risikoprognose leitet die Neigung aus dem verfügbaren Hefe-Stickstoff des Mosts sowie der gewählten Hefe ab. Niedriger Stickstoffgehalt erhöht das Risiko messbar, unabhängig von der Rebsorte.

Kriterien

  • Der Stickstoffgehalt des Mosts ist vor der Gärung bekannt
  • Der Hefestamm ist auf seine Schwefelbildung hin ausgewählt
  • Die Verschlusswahl berücksichtigt die erwartete Sauerstoffzufuhr
  • Die Einschätzung erfolgt vor, nicht nach einem Fehlerbefund

Abgrenzung

Reduktionsneigung ≠ Reduktion: Die Neigung ist eine Anlage, Reduktion ihr tatsächliches Eintreten. Reduktionsneigung ≠ Weinfehler: Eine hohe Neigung ist steuerbar und keine Vorwegnahme eines Fehlers. Ohne eine stickstoffgestützte Risikoprognose bleibt die Ursache eines Schwefeltons unbestimmt.