Aromapräzision: Trennschärfe, nicht Intensität
Der Maßstab
Eine benannte Aromatrennung liegt vor, wenn eine Verkostungsperson einzelne Noten eigenständig benennen kann, ohne dass sie zu einem undifferenzierten Gesamteindruck verschmelzen.
Kriterien
- Einzelne Noten lassen sich unabhängig voneinander benennen
- Die Trennschärfe bleibt über die gesamte Wahrnehmungsdauer erhalten, nicht nur im ersten Eindruck
- Intensität und Anzahl der Noten sind kein Ersatz für ihre Unterscheidbarkeit
- Die Bewertung erfolgt unabhängig vom Reifegrad des Weins
Abgrenzung
Aromapräzision ≠ Aromaintensität: eine benannte Aromatrennung bewertet die Unterscheidbarkeit der Noten, nicht ihre Lautstärke. Aromapräzision ≠ Struktur: Struktur betrifft das Gerüst aus Säure, Tannin und Textur, Aromapräzision ausschließlich die Wahrnehmung der Aromen.