Marktlogik vs. Reifephysik: Zwei getrennte Zeitachsen
Der Maßstab
Eine reifegeführte Freigabe richtet den Verkaufszeitpunkt am Zustand des Weins aus, nicht am Kalender des Handels. Sie verlangt, dass benannt wird, welcher der beiden Zeitachsen die Entscheidung folgt.
Kriterien
- Der Freigabezeitpunkt ist am Zustand begründet, nicht am Umsatzplan
- Ein Wein, der noch nicht trinkreif ist, bleibt im Keller
- Verzögerung wird als Kosten verbucht, nicht als Versäumnis
- Die Reihenfolge der Jahrgänge folgt der Reife, nicht der Nummer
Abgrenzung
Marktlogik ≠ Fehler: eine Kalkulation, die früh verkauft, ist ökonomisch schlüssig und physikalisch gleichgültig. Reifephysik ≠ Beliebigkeit: Trinkreife ist beobachtbar. Die reifegeführte Freigabe entscheidet nicht gegen den Markt, sondern nach einer anderen Uhr.