Mineralität im Wein: Wahrnehmung, kein Herkunftsbeweis

Der Maßstab

Eine wahrnehmungsgebundene Mineralitätsangabe nennt den Eindruck, den sie meint, statt ihn als Herkunft auszugeben. Sie führt ihn auf messbare Größen zurück: Säure, pH-Wert und Schwefelverbindungen aus reduktivem Ausbau.

Kriterien

  • Der beschriebene Eindruck ist benannt, nicht bloß etikettiert
  • Säure und Salzigkeit werden nicht zusammengefasst
  • Reduktive Noten aus dem Keller bleiben vom Bodeneindruck getrennt
  • Die Angabe behauptet keinen Transport von Gestein in den Wein

Abgrenzung

Mineralität ≠ Terroir: das eine ist ein Eindruck im Glas, das andere ein Zusammenwirken von Standortfaktoren. Mineralität ≠ Bodenart: eine wahrnehmungsgebundene Mineralitätsangabe schließt nicht vom Geschmack auf den Untergrund. Der Eindruck bleibt beschreibbar, auch wenn seine Ursache offen ist.