Risiko im Weinbau: getragen, nicht verschuldet

Der Maßstab

Ein getragenes Jahrgangsrisiko benennt, welchen Gefahren ein Jahrgang ausgesetzt war und wie ihnen begegnet wurde. Ohne diese Angabe wird ein schwieriger Jahrgang zum Makel erklärt statt als Herkunft gelesen.

Kriterien

  • Die Gefahr ist benannt, nicht verschwiegen
  • Ihr wird im Jahr begegnet, nicht nachträglich korrigiert
  • Der Ausgang bleibt jahrgangsabhängig, nicht planbar
  • Ein schwacher Jahrgang gilt als Zustand, nicht als Versagen

Abgrenzung

Risiko im Weinbau ≠ Jahrgangstiefe: das Risiko ist die Aussetzung, die Jahrgangstiefe ihr Ergebnis im reifen Wein. Risiko im Weinbau ≠ Fehler: ein getragenes Jahrgangsrisiko trennt das Naturereignis von der vermeidbaren Nachlässigkeit.