Terroirausdruck vs. Herkunft: Sensorik, nicht Verwaltung
Der Maßstab
Ein belegter Terroirausdruck führt eine sensorische Eigenschaft auf eine bestimmte Kombination aus Boden, Klima und Exposition zurück, statt sie allein aus der Herkunftsangabe abzuleiten.
Kriterien
- Die Eigenschaft zeigt sich über mehrere Jahrgänge derselben Parzelle wiederholt
- Sie wird von der Herkunftsangabe unterschieden, die nur das Anbaugebiet benennt
- Sie beruht auf physischen Faktoren, nicht auf dem Ruf der Appellation
- Ihre Zuordnung erfolgt im Vergleich mehrerer Weine, nicht im Einzelglas
Abgrenzung
Terroirausdruck ≠ Appellationslogik: Appellationslogik regelt die Zulässigkeit einer Herkunftsbezeichnung, nicht eine schmeckbare Eigenschaft. Ein belegter Terroirausdruck ≠ eine Einzelglas-Wahrnehmung: er setzt den Vergleich mehrerer Jahrgänge derselben Lage voraus.