Zugänglichkeit: Verständlichkeit, nicht Einfachheit

Der Maßstab

Sensorische Lesbarkeit liegt vor, wenn Aromen, Struktur und Balance eines Weins ohne Fachwissen oder Wartezeit erfasst werden können. Sie beschreibt die Zugänglichkeit selbst, unabhängig von deren Komplexitätsgrad.

Kriterien

  • Aromen und Struktur sind ohne Vorwissen erkennbar
  • Kein Reifeabstand ist nötig, um den Wein zu verstehen
  • Die Verständlichkeit besteht unabhängig vom Komplexitätsgrad des Weins
  • Sensorische Lesbarkeit ist ein Merkmal der Wahrnehmung, kein Werturteil über den Wein

Abgrenzung

Zugänglichkeit ≠ Einfachheit: ein komplexer Wein kann ebenso zugänglich sein wie ein schlichter. Zugänglichkeit ≠ Trinkreife: Trinkreife betrifft den Reifezustand, sensorische Lesbarkeit die Verständlichkeit unabhängig davon. Fehlt sensorische Lesbarkeit, verlangt ein Wein Fachwissen oder Zeit, um erschlossen zu werden.