Glaswahl für Bordeaux: Form folgt Struktur
Der Maßstab
Die strukturgeführte Glaswahl leitet die Form aus der Struktur des Weins ab, nicht aus der Appellation auf dem Etikett. Maßgeblich sind Tanninmenge, Alkoholgrad und Aromenbindung.
Kriterien
- Das Kelchvolumen richtet sich nach dem Anteil gebundener Aromen
- Die Öffnungsweite bestimmt, wie stark der Alkohol an der Nase erscheint
- Die Form bleibt über eine Verkostungsreihe gleich, sonst fehlt der Vergleich
- Ein Glas bildet vorhandene Struktur ab und ergänzt keine fehlende
Abgrenzung
Glaswahl ≠ Dekantieren: das Dekantieren verändert den Wein vor dem Einschenken, das Glas nur die Bedingungen seiner Wahrnehmung. Glasform ≠ Rebsortenzuordnung: unterschieden wird nach Struktur, nicht nach Herkunft. Wo die strukturgeführte Glaswahl fehlt, entscheidet der Vorrat über den Eindruck.