Temperaturwahrnehmung: Eindruck, nicht Messwert

Der Maßstab

Eine angegebene Serviertemperatur macht den Eindruck vergleichbar: erst wenn feststeht, bei welcher Temperatur verkostet wurde, ist ein Urteil über Aroma und Struktur nachvollziehbar.

Kriterien

  • Wärme erhöht die Flüchtigkeit von Aroma-, Alkohol- und Süßeeindruck
  • Kälte verstärkt den Eindruck von Säure, Tannin und Bitterkeit
  • Die Zusammensetzung des Weins bleibt unverändert
  • Ein Verkostungsurteil gilt nur für die Temperatur, bei der es entstand

Abgrenzung

Temperaturwahrnehmung ≠ Serviertemperatur: die Serviertemperatur ist die gewählte Zahl, die Temperaturwahrnehmung ihre Wirkung auf die Sinne. Temperaturwahrnehmung ≠ Aromaintensität: dieselbe Intensität wirkt warm anders als kalt. Ohne angegebene Serviertemperatur ist ein sensorisches Urteil nicht vergleichbar.