Zeitfaktor: Bedingung, nicht Ursache

Der Maßstab

Eine wirksame Reifezeit benennt, worauf sie einwirkt — die vorhandene Struktur, Säure und Tanninmasse. Ohne diese Grundlage vergeht Zeit, ohne einen Wein zu entwickeln.

Kriterien

  • Die Wirkung ist an vorhandene Struktur gebunden, nicht an die Dauer allein
  • Zeit wandelt und integriert, sie fügt nichts Neues hinzu
  • Ihr Beitrag ist begrenzt, weil jede Entwicklung ein Plateau erreicht

Abgrenzung

Zeitfaktor ≠ Alter: Alter zählt verstrichene Jahre, der Zeitfaktor benennt ihre Wirkung, die von der Anlage des Weins abhängt. Zeitfaktor ≠ Lagerfähigkeit: die Lagerfähigkeit ist die Anlage, eine wirksame Reifezeit deren Ausschöpfung. Fehlt die Grundlage, verändert Zeit den Wein, ohne ihn zu entwickeln.